Interview mit Frau Haid

Was macht Ihnen als Ausbilderin am meisten Spaß?
Die Vorbereitung und Durchführung von Workshops bereitet mir viel Freude. Spannend ist es, einen Berufsanfänger, der von der Schule kommt, zu einem handlungsfähigen Mitarbeiter zu entwickeln und ihn in seinem Lebensabschnitt bestmöglich zu begleiten.

Was ist Ihre Lieblingsfarbe?
Weinrot.

Was können Ausbilder von Auszubildenden lernen und umgekehrt?
Ausbilder können viel von Auszubildenden lernen. Ich glaube vor allem die Flexibilität sich auf jüngere Menschen und deren unterschiedliche Denkweisen einzulassen. Es wird in unserer heutigen Gesellschaft, in der die Entfaltung des Einzelnen in den Mittelpunkt rückt, immer notwendiger bei der Vermittlung von Wissen kreativ zu werden, also umzudenken und Überlegungen anzustellen, wie einer Person, die anders denkt als man selbst, sein Wissen und die Zusammenhänge am besten vermittelt werden kann. Auch Auszubildende können viel von ihren Ausbildern lernen. Außerhalb des fachlichen Bereichs ist das Wichtigste meiner Meinung nach, viel zu fragen und auch zu hinterfragen, Zusammenhänge verstehen zu wollen und das auch nach der Ausbildung fortzuführen.

Was motiviert Sie als Ausbilderin?
Meine Hauptmotivation ist es, zu sehen, dass die Auszubildenden Freude und Spaß daran haben, diesen Beruf zu erlernen und das Gelernte möglichst vielfältig einsetzen.

Was bringt Sie auf die Palme?
Unehrliches Verhalten und respektloser Umgang.

Kommen Sie manchmal zu spät?
Definitiv! Beruflich komme ich recht selten zu spät, da ich versuche das immer besser zu organisieren und zu strukturieren. Privat gelingt mir das meistens leider nicht. Das liegt aber vor allem daran, dass ich von so vielen anderen umgeben bin, auf die ich keinen Einfluss habe. Dennoch ist es mir immer unangenehm zu spät zu kommen und ich vermeide es, wo immer es möglich ist.

Denken Sie durch die Arbeit mit den Auszubildenden oft an Ihre eigene Ausbildung?
Ja. Vor allem als ich die Ausbildertätigkeit übernommen habe, war das ein ganz großes Thema. Ich hatte eine sehr gute Ausbildung und auch eine gute Ausbilderin. Insofern denke ich natürlich auch viel an meine eigene Ausbildung zurück. Beispielsweise frage ich mich oft, wenn ich irgendetwas umsetzen möchte: Wie würde das jetzt meine Ausbilderin machen? Wie hätte sie uns das damals vermittelt? Was würde sie darüber denken?

Nehmen Sie Ihre Ausbilderin / Ihren Ausbilder als Vorbild?
Vorbild hat für mich immer etwas mit Nachahmung zu tun. Ich glaube eher als eine Inspiration, eine Anregung. Meine Ausbilderin war auch ein ganz anderer Typ als ich, deswegen fällt mir das wahrscheinlich in gewissen Situationen auch recht schwer. Ich schlüpfe einfach gerne mal in eine andere Rolle, um zu überlegen -gefällt auch jemand anderem meine Idee- und ich glaube meine Ausbilderin agiert hier stellvertretend für andere Menschen. Wie kam es dazu, dass Sie Ausbilderin geworden sind? Mein Interesse an der Ausbildertätigkeit hat eigentlich an einem Scheidepunkt begonnen. Ich habe mir, nachdem ich meinen Immobilienfachwirt erfolgreich abgeschlossen und ein bisschen Ruhe hatte, überlegt, was mein nächster Schritt sein wird. Mir war zu diesem Zeitpunkt noch nicht klar, welche Richtung ich einschlagen wollte. Will ich mein Wissen durch ein Studium erweitern oder will ich mehr Erfahrungen mit mir selbst sammeln und in Richtung Persönlichkeitsentwicklung gehen? Fokussiert habe ich mich auf meine Persönlichkeitsentwicklung. Glücklicherweise hatte ich damals eine tolle Mentorin, mit der ich darüber gesprochen hatte und die mir eine Weiterbildung im Change Management empfahl. Durch diese Weiterbildung merkte ich, dass es gar nicht mal die Kommunikation nach außen ist, die mir besondere Freude bereitet, sondern dass es auch innerhalb der Organisation viele tolle Aufgaben gibt, denen man sich widmen kann. Zeitgleich entschied unser Geschäftsführer, Herr Gropper, wieder auszubilden. Das war genau das, was ich gerne machen wollte. Gleichzeitig war es eine tolle Möglichkeit für mich, mich weiterzuentwickeln und das umzusetzen was ich gelernt hatte.

Sie gewinnen bei „Wer wird Millionär“, was ist das Erste, das Sie tun würden? 
Mit meiner Familie Urlaub machen.

Beschreiben Sie sich selbst in 3 Worten.
Hilfsbereit, ehrlich und ehrgeizig.

Was ist Ihre schönste Erinnerung mit Ihren Auszubildenden?
Die Frage fällt mir ganz leicht. Das erlebe ich nahezu täglich und es verliert für mich dennoch nicht den Zauber: Der Aha-Effekt. Es ist für mich eine der schönsten Erinnerungen überhaupt, zu sehen, dass der Auszubildende den Zusammenhang verstanden hat und diesen „Ach, so ist das!“-Moment hat.

Was gefällt Ihnen am besten an Ihrem Beruf?
Auf mein gesamtes Berufsleben bezogen, gefällt mir die Vielseitigkeit am besten, dass man selbst so viel aus seinem Berufsbild machen kann. Als Ausbilderin kann man immer wieder kreativ werden (z.B. sich neue Workshops ausdenken, etc.) und diese abwechslungsreiche Tätigkeit empfinde ich als das Schönste an meinem Beruf.

Welche Schwierigkeiten gibt es im Job zu meistern?
Das Schwierigste ist es in unserer heutigen Gesellschaft meines Erachtens, sich immer wieder auf neue Situationen einzustellen. Auch ganz bewusst flexibel zu bleiben und sich gleichzeitig selbst genug Sicherheit zur Weiterentwicklung zu geben. Welchen Rat würden Sie, nach heutigem Wissensstand, Ihrem jüngeren Ich geben? Eine bessere Balance zwischen Berufs- und Privatleben.

Welche Talente und Vorlieben sind in diesem Beruf von Vorteil?
Für Auszubildende sind gute Deutschkenntnisse, dass man einigermaßen gut rechnen kann und – vor allem für Auszubildende zur Immobilienkauffrau/zum Immobilienkaufmann – eine gute Kommunikationsfähigkeit von Vorteil. In meinem Beruf ist Zahlenaffinität, viel Geduld und Organisationstalent von Vorteil.